Bericht über die Veranstaltung Lesung mit Musik im BuchCafé - Sonntag, 17. Oktober 2010 Claudia Schreiber: SPRACHFINDUNG, Lyrik
Claudia Schreiber SPRACHFINDUNG Lyrik Jenseits der Stille
Ein überraschend zahlreiches Publikum fand sich zur Lesung aus dem Buch von Claudia Schreiber ein. Allgemein wird gesagt, dass die Lyrik als Literaturgattung wenig populär sei. Das bunt gemischte Publikum strafte diese Ansicht Lügen. Fasziniert lauschten die Menschen den vom Rhythmus getragenen Worten moderner Dichtung, die von Claudia Schreiber in ihrem Erstling "Sprachfindung" niedergeschrieben wurden. Die dazu passenden Songs, arrangiert und vorgetragen durch Peter Gysin (Musiker, Münchenstein) zeigten, dass sich Musik und Poesie in einem gemeinsamen Quell finden - aus einem gemeinsamen Quell geschöpft werden. Dichterin und Musiker kennen sich rein gar nicht und dennoch war es verblüffend, wie Text und Musik korrespondierten. Es gab nicht wenige (auch Männer), die sich hin und wieder eine Träne aus dem Auge wischten. Die gemeinsame Quelle muss im Menschsein liegen - es gab im Raum kein Herz, das nicht in seiner Tiefe berührt war.
Die Lektorin Helga Jatho und der Verleger Fritz Frey lasen die prägnant ausgewählten Gedichte sehr einfühlsam, so dass der durch die Worte getragene Sinngehalt zu diesen Herzen fließen konnte.
Die Direktheit und die Schlichtheit der Worte, in welche Claudia Schreiber ihr Fühlen und Denken verdichtet hat, zeigen die Not eines Menschen, der durch Verlust, Schmerz und Krankheit in Bereiche des Lebens geführt wird, die Alltagssorgen und Alltagsnöte bei weitem hinter sich lassen. So finden sich Menschen wieder im Bereich "Jenseits der Stille", wo sich Verlorene wiederfinden und Einsamkeit sich ebenso auflöst wie Trauer und Schmerz. So kann in jedem Windhauch, in jedem Sonnenstrahl in jedem Wort und jeder Geste etwas davon geahnt werden, was das Wesentliche des Lebens ist - es trägt uns immer - sei es in der dunklen Jahreszeit, sei es im Glück des Frühlingserwachens.
So trugen die Besucher der Lesung "mehr weg" - mehr Menschsein - Dankbarkeit gegenüber der Autorin wurde mit spontanem Applaus bezeugt.